FAQ


Welche Alternativen zu Plastik gibt es bei Euch?

 Iamnotplastic widmet sich primär dem Austausch von Einwegartikeln aus Plastik. Diese Artikel sind unserer Meinung nach eine besonders unnötige und vermeidbare Produktgruppe. Innerhalb von Minuten verwendet und dann entsorgt, halten sie in der Natur leider "für die Ewigkeit". Bis zu 500 Jahren dauert es zum Beispiel, bis konventioneller Kunststoff sich abgebaut hat unter natürlichen Bedingungen.

Dabei sind nahezu alle Einwegartikel sofort austauschbar mit natürlichen Produkten - 100% plastikfrei und nachhaltig. Wir setzen zum Beispiel auf Produkte aus Bambus, Cellulose, Holz, Palmblättern oder biologisch abbaubaren Biokunststoffen auf Pflanzenbasis.

Biobasiert? Biologisch abbaubar? Was heißt das?

Biokunststoffe sind eine große Familie an Materialien, die sich in Art, Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten weit unterscheiden können: Biokunststoffe sind entweder biobasiert, kompostierbar oder beides, also biobasiert und biologisch abbaubar. Dabei haben Biokunststoffe die gleichen Materialeigenschaften, zum Beispiel Reißfestigkeit, Beständigkeit, Atmungsaktivität oder Elastizität wie herkömmliche Kunststoffe und bieten zudem zusätzliche Eigenschaften wie Biobasiertheit oder auch Kompostierbarkeit (wenn diese sinnvoll für ein Produkt sind).

#IAMNOTPLASTIC favorisiert biobasierte Kunsttstoffe, die biologisch abbaubar sind und kompostierbar sind - im Idealfall zu Hause / heimkompostierbar, zumindest aber in industriellen Kompostierungsanlagen. 100% plastikfrei, rein auf Basis natürlicher, organischer und mineralischer Rohstoffe.

 

Woraus bestehen Eure Biokunststoffe?

Die von uns verwendeten Biokunsstoffe sind zu 100% plastikfrei und vollständig auf Basis pflanzlicher, organischer und mineralischer Rohstoffe produziert. Pflanzliche Grundstoffe sind zum Beispiel Mais, Zuckerrohr und Kartoffelschalen, aus deren Stärke die Biokunststoffe gewonnen werden. 

 

Welche Vorteile hat Biokunsstoff in der Ökobilanz?

Biokunststoffe weisen in der Ökobilanz klare Vorteile auf, vor allem durch die großen Einsparungen von CO2 bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung, sowie durch den Einsatz von erneuerbaren Rohstoffen anstatt von Öl.

Der entscheidende Vorteil der Biokunststoffe gegenüber herkömmlichen Kunststoffen liegt in ihrem Potenzial, unsere Abhängigkeit von endlichen fossilen Rohstoffen zu reduzieren. Denn bei dem Umstieg von herkömmlichen Kunststoffen auf Biokunststoffe werden fossile Rohstoffe durch erneuerbare Rohstoffe ersetzt. Biobasierte Kunststoffe tragen darüber hinaus zur Reduzierung von Treibhausgasen bei, da sie als vorübergehender Kohlenstoffspeicher fungieren. CO2 wird während des Pflanzenwachstums aus der Atmosphäre aufgenommen und bleibt über den gesamten Nutzungszeitraum der Biomasse während der Herstellung und Verwendung von Biokunststoffen im Material gebunden. Diese Speicherfähigkeit kann entsprechend verlängert werden, wenn das Material recycelt oder wiederverwendet wird. Das schont nicht nur das Klima sondern auch die Ressourcen.

Zudem tragen Biokunststoffe durch einen geschlossenen Rohstoffkreislauf zur Ressourceneffizienz bei. Die mit erneuerbaren Rohstoffen hergestellten biobasierten Kunststoffe können mehrfach mechanisch recycelt und am Ende ihres Produktlebens zu erneuerbarer Energie umgewandelt werden. Im Falle von biologisch abbaubaren Kunststoffen entsteht durch organisches Recycling (Kompostierung) wertvolle Biomasse oder Humus, die wiederum das Wachstum neuer Pflanzen fördern.

Der Großteil der Biokunststoffe wird heute aus kohlenstoffreichen Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt, sogenannte Rohstoffe der ersten Generation. Diese sind derzeit am effizientesten, bringen die besten Erträge und benötigen die geringste Anbaufläche. Für den nachweislich nachhaltigen Anbau gibt es bereits entsprechende Zertifikate. Eine Konkurrenz zum Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln besteht nicht, da gerade einmal 0.01 Prozent der weltweiten Landwirtschaftsfläche für den Anbau von Rohstoffen für Biokunststoffe verwendet wird. In zunehmendem Maße konzentriert sich die Entwicklung von Biokunststoffen auch auf Rohstoffe der zweiten und dritten Generation. Das sind vor allem nicht essbare Pflanzen, Abfallprodukte von Nahrungs- und Futterpflanzen, Algen oder sogar CO2 und Methan.

Ist Mehrweg besser als Biokunststoff?

Meistens ja, unserer Meinung nach. Wo man Plastik vermeiden und stattdessen Mehrweg verwenden kann, sollte man es tun. Aber: Mehrweglösungen sind nicht immer möglich oder praktikabel. Und in einigen, wenigen Fällen sind Mehrwegverpackungen leider sogar schlechter in der Ökobilanz, insbesondere wenn die Wiederverwertung mit zu grossem Aufwand betrieben werden muss. Nachhaltig produzierte Verpackungen aus natürlichen Rohstoffen können dann eine gute Lösung sein - und Biokunsstoffe gehören dazu.

Biobasierte und kompostierbare Kunststoffe und Verpackungslösungen eignen sich hervorragend für wiederverwendbare Mehrfachanwendungen und tragen damit zu mehr Ressourceneffizienz bei. Der Großteil der Biokunststoffe sind haltbare, biobasierte Materialien für langlebige Anwendungen, nicht nur im Verpackungs- sondern auch im Textil-, Automobil-, Elektronik- und Baubereich. Diese Biokunststoffe können in den vorhandenen Recyclingströmen für herkömmliche Kunststoffe recycelt werden.

Wo möglich, sind Mehrweglösungen zu bevorzugen, um wertvolle Ressourcen zu schonen. Doch gerade bei Verpackungen, die mit Lebensmitteln oder organischen Stoffen in Berührung kommen, z.B. Kaffeekapseln, Fast-Food- und On-the-Go- Verpackungen, Bioabfallbeutel, u.v.m. ist die Verwendung von kompostierbaren Kunststoffen sinnvoll und bringt Vorteile. Die Verunreinigung der Verpackungen mit organischen Stoffen macht sie für mechanisches Recycling unbrauchbar. Diese Verpackungen werden bisher verbrannt oder landen im schlimmsten Fall auf Mülldeponien – eine der größten Ursachen für die Verschmutzung der Weltmeere. Kompostierbare Verpackungen können zusammen mit Lebensmittelresten über die Biotonne entsorgt werden, so dass diese anschließend in industriellen Kompostieranlagen oder Biogasanlagen zu wertvollem Humus oder Biogas verwandelt werden.

(Quelle: https://www.european-bioplastics.org/mythen-und-fakten-zu-biokunststoffen-aufgeklart-german-only).

 

Kann man Biokunstoffe kompostieren?

Ja. Dass dies gut funktioniert, zeigen Großversuche in Mailand, München und Paris, wo durch den Einsatz kompostierbarer Bioabfallbeutel die Mengen des getrennt gesammelten Bioabfalls erheblich gesteigert werden konnten. Nach dem europäischen Standard EN 13432 zertifizierte kompostierbare Biokunststoffe zersetzen sich in der industriellen Kompostieranlage vollständig zu Wasser, CO2 und Biomasse und hinterlassen keine gefährlichen Kleinstbestandteile im Kompost zurück, wie bisweilen irrtümlich behauptet. Umfangreiche Ökotoxizitätstests sind Teil der Zertifizierung und stellen sicher, dass der Kompost sauber und sicher als Humus weiterverwendet werden kann.

Biologisch abbaubare Kunststoffe tragen dazu bei, die Kontaminierung von Recyclingströmen zu reduzieren, da der Bioabfall getrennt von anderen Recyclingströmen gesammelt wird. Falls biologisch abbaubare Kunststoffprodukte dennoch in werkstoffliche Recyclingströme gelangen, können sie mit bestehenden Technologien wie Nahinfrarot ganz einfach aussortiert werden. Die Universität Wageningen hat biologisch abbaubaren Kunststoff in werkstofflichen Recyclingströmen analysiert und Werte von maximal 0,3 % festgestellt. Zudem ergaben die Untersuchungen, dass keine negativen Auswirkungen auf die Merkmale von recycelten Folienprodukten mit biologisch abbaubaren Folien-Rezyklaten nachweisbar waren. Allerdings ist in Bioabfallströmen eine hohe Kontaminierung durch nicht-biologisch abbaubare Kunststoffe festzustellen, die für Kompostieranlagen ein echtes Problem darstellt und sich negativ auf die Qualität des Komposts auswirkt. Um diesem Problem Herr zu werden, braucht es eine konsequente Durchsetzung der Getrenntsammlung von Bioabfällen.

Kompostierbare Kunststoffe sind für die Entsorgung und Verwertung in industriellen Kompostieranlagen (und bei entsprechender Zertifizierung ggf. für die Heimkompostierung) entwickelt und bestimmt. Forderungen nach einer generellen Abbaubarkeit in der Natur oder dem Meer sind nicht nur irreführend sondern schüren falsche Erwartungen (z.B. achtloses Wegwerfen in die Natur), die mit hohen Kosten für die Umwelt einhergehen. Mehr Informationen zur biologischen Abbaubarkeit von Kunststoffen in der Meeresumwelt finden Sie in unserem Positionspapier zu Meeresverschmutzung.

 

Quellen: https://www.european-bioplastics.org/mythen-und-fakten-zu-biokunststoffen-aufgeklart-german-only